Schulprogramm
Vorwort zur Fortbeschreibung des Schulprogramms
Die erste Fassung unseres von Staatlichen Schulamt genehmigten Schulprogramms erschien im Juni 2002 in gebundener Form. Im Hinblick auf die notwendige Aktualisierung erfolgt die Fortbeschreibung in einer Loseblattsammlung (Ordner 2002 - 2005), die sich aber als wenig vorteilhaft erwies, weil aus zeitökonomischen Gründen nur ein Ordner den aktuellen Stand des Schulprogramms dokumntierte und somit die Transparenz des Entwicklungsprozesses zu gering war. Die Erfahrung zeigte, dass immer wieder relevante Teilbereiche zu Informationszwecken bei unterschiedlichen Anlässen kopiert werden mussten, um sie diversen Adressatengruppen zielgerecht zur Verfügung zu stellen. Die Entwicklung einer effektiveren und effizienteren Dokumentationsform wurde für dringend erforderlich erachtet. Die Empfehlungen zu konzeptionellen Veränderungen des aktuellen Schulprogramms im Sinne einer inhaltlichen Reduktion (Beratungsgespräch mit Fr. Dr. zur Heiden und Herrn Mischung, SSA Friedberg) gingen in Richtung einer stärkeren Berücksichtigung und Umsetzung der Evalution. In Übereinstimmung mit der Veränderung des Konzepts wurde die vorliegende und künftig weiter zu entwickelnde Version einer interaktiven Dokumentation gewählt, die bestimmten Kriterien genügen sollte. Dazu gehört als Priorität, dass der Zugriff auf Informationen kundenorientiert und benutzerfreundlich sein soll: informativ, anschaulich, ökonomisch und an den unterschiedlichen Zielgruppen orientiert.
Die bildungspolitische Diskussion um Qualitätsentwicklung und Bildungsstandards sowie die Konsequenzen, die sich für Schulentwicklungspläne aus der demografischen Enwicklung ergeben, haben zu einer Fülle von Initiativen und Aktivitäten an unserer Schule geführt. Für den Zeitraum 2002 bis 2004 galt die Schulprogrammarbeit im Wesentlichen der Erarbeitung eines Konzepts für das von den schulischen Gremien angestrebte Ziel, die Gesamtschule Gedern im Förderprogramm Ganztagsschule nach Maß zu etablieren (Begründungszusammenhang siehe Antragsstellung/Kriterien für Aufnahme in das Förderprogramm). Seit erfolgter Aufnahme zum Schuljahr 2004/05 gilt die Schulprogrammarbeit einerseits der Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte (Was hat sich bewährt? Was muss modifiziert werden? Wo sind Prioritätm zu setzen?) andererseits der Förderung innerschulischer Arbeits- und Kommunikationsporzesse (Welche Wege müssen gegangen werden? Wie lassen sich Zeitmanagement, Kooperation, Arbeitsteilung verbessern?) und zeitgemäßen Professionalisierungsmaßnahmen (fachspezifische/prozess/projektorientierte Fortbildung).
Mit dem 2005 beschlossenen Leitziel (Standortsicherung) verständigten sich die schulischen Gremien auf eine Schulprogrammarbeit, bei der unterrichtliche und außerunterrichtliche Vorhaben nicht nur an der Vielfalt der Angebote gemessen werden können, sondern auch an ihrer Qualitätsentwicklung. Initiiert werden seither Steuerungsprozesse, bei denen sich die Vorhaben von der Quantitätsebene hin zur Qualitätsebene entwickeln (Wir haben eine Vielzahl von Aktivitäten vorzuweisen. Welche davon sind erfolgreich? Woran messen wir den Erfolg? Was lässt sich wie verbessern? Wo sind unsere Stärken und Schwächen?) Das bedeutet, dass die Evalution stärker in die Verbindlichkeit rückt als bisher.
Interaktive Darstellung des neuen Schulprogramms
Unabhängig und von allen geltenden Vorgaben wollen wir an dieser Stelle kurz erörtern, welche Funktionen wir einem modernen Schulprogramm zuweisen und welche formalen Ansprüche u. E. ein gutes Schulprogramm erfüllen sollte, damit mit ihm aktiv gearbeitet werden kann.
- Kommunikationsmittel: Im Rahmen einer flexiblen Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus ist dem Schulprogramm eine besondere Bedeutung beizumessen. Eltern soll die Möglichkeit geboten werden, sich jederzeit über die Aktivitätsschwerpunkte und über die qualitätsevaluierten Profilbausteine unserer Schule zu informieren. Über eine aktive Mitarbeit in den Entscheidungsgremien der Schule können die Eltern Einfluss auf die Gestaltung des Schulprogramms nehmen.
- Steuerinstrument zur Qualitätsentwicklung: Im Zuge zunehmender Autonomiebestrebungen von Schulen wird die regelmäßige Fortschreibung des Schulprogramms eine Grundlage für die systematische Rechenschaftslegung und Qualitätsevalution in Hessen werden.
- Plattform für Netzwerkbildung und Kooperationen: In Zeiten knapper werdender Ressourcen und wachsender Spezialisierung gewinnt die Fähigkeit, Netzerke zu bilden und nachhaltige Kooperationen aufzubauen und zu pflegen, immer größere Bedeutung. Ein dynamisches Schulprogramm kann bei diesen Findungsprozessen möglichen Partnern einen guten Einblick über die Stärken unserer Schule aufzeigen. Somit erfährt das Schulprogramm eine eigenständige Rolle bei der Standortsicherung der Gesamtschule Gedern.
- Planungswerkzeug: Ein benutzerfreundliches Schulprogramm kann ein geeignetes Planungsinstrument bei der Schulentwicklung (z.B. Fortbildungsplan und Personalentwicklung), der Curriculumarbeit (Lehrpläne/Schwerpunktbildung) und bei der Verteilung von Ressourcen werden. Ebenso zeigt es Freiräume, aber auch Grenzen für die Entfaltung von SchülerInnen, Eltern und Lehrkräften auf.
Damit unser neues Schulprogramm (SP) diesen vielfältigen Anforderungen gerecht werden kann, haben wir folgende Bedingungen an Form und Inhalt formuliert:
Das Schulprogramm soll ...
- eine hohe Anschaulichkeit für verschiedene Zielgruppen aufweisen.
- zu einem interaktiven Austausch mit der Schule anregen.
- möglichst zeitnah die sich in den Evalutionsprozessen befindenden Projekte und Module der Schule abbilden.
- neben den wachsenden Anforderungen an die Lehrkräfte zeitökonomisch erstellbar sein.
Diese Bedingungen können durch folgende Gestaltung erreicht werden: Sämtliche in den Arbeitsgremien, Projekten und Modulen erarbeiteten Ergebnisse werden digitalisiert und auf einem separaten Medium (Festplatte) gespeichert. Dort können sie im Bedarfsfall abgerufen und zur Verfügung gestellt werden.
- In der verschriftlichen Form des SP werden nur noch die u.E. wichtigsten Dokumente ("Meilensteine" der Schulentwicklung) grafisch eingebunden. Alle übrigen relevanten Daten werden verlinkt.
- Das SP wird als PDF-Datei gemeinsam mit einer Daten-CD versandt.
- Aus Aktualitätsgründen werden jeweils nur wenige Exemplare in gedruckter Form erstellt.
- Die jeweils aktuelle Ausgabe wird auf der Schulhomepage als kostenloser Downloadfile veröffentlicht.
- Bei jeder digitalisierten Ausgabe besteht auf jeder Seite die Möglichkeit, sich per Email zu den Inhalten zu äußern. Gemeinsam mit den Veröffentlichungen der Ansprechpersonen am Ende der Ausgabe soll dieses Verfahren ermutigen, spontan mit der Schule in Kontakt zu treten.
- Für einen vertiefenden Erfahrungsaustausch bieten wir individuell zu vereinbarende Termine an.
Unsere Schule im 21. Jahrhundert
Wir fördern die Attraktivität unserer Schule...
...über Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in den Bereichen:
- Lehren und Lernen
- Lebensraum Klasse/Schule
- Schulmanagement
- Professionalisierung und Personalentwicklung
- Kooperationen und Netzwerke
Leitziel der Gesamtschule Gedern
Standortsicherung als kooperative Gesamtschule mit derzeitigem Bildungsangebot (Hauptschul-/Realschul-/Gymnasialzweig)
... über die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen (Grundfertigkeiten), die sich an folgenden Kompetenzbereichen orientieren:
- Fach-/Sachkompetenz
- Personale Kompetenz
- Soziale Kompetenz
- Methoden- und Lernkompetenz
- Medienkompetenz
Wir vermitteln Grundfertigkeiten für (schulische) Weiterbildung, Berufs- und Arbeitswelt, Lebensplanung und -gestaltung unter Berücksichtigung individueller Begabungen und Interessen. Wir bemühen uns um einen Lernort, der den Bedürfnissen unserer SchülerInnen gerecht wird und ihre positive Entwicklung fördert.
... über pädagogische Konzepte, die ganztägiges Lernen ermöglichen und auf ihre Qualität hin überprüft werden:
Veränderte Lern- und Lebenswelten erfordernzeitgemäße, kreative Wege in Erziehung und Bildung; es gibt Zielvorgaben und -vereinbarungen mit Zeitrahmen. (Was wollen wir bis wann erreichen?)
... über "Qualitätsbausteine", die zur Profilierung unserer Schule in der Region beitragen:
Wir vereinbaren Ziele, treffen Entscheidungen, wie sie erreicht werden sollen, legen Erfolgskriterien fest, messen/überprüfen den Erfolg und verständigen uns aufweitere Vorgehenweisen. Was gelingt uns gut? Wo haben wie besondere Stärken/Schwächen? Es gibt eine Vielzahl von Aktivitäten - wie kann man sie vernetzen, qualitativ weiterentwickeln?
Schulprogrammfenster Februar 2006
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, haben verschriftliche Schulprogramme den großen Nachteil, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung in der Regel bereits nicht mehr aktuell sind. Daher wurde eine Darstellungsform gesucht, die den jeweiligen Stand als Momentaufnahme wiederspiegeln sollte. In Form eines "Schulprogramm-Fenster" meinen wir eine adäquate Version gefunden zu haben. Zum besseren Verständnis sei gesagt, dass sich die einzelnen Projekte (gelbe Kästen), begleitet von kontinuierlichen Evaluierungs-Abschnitten, vom oberen Bildausschnitt kommend über die Abschnitte Projektentwicklung (PE), Projektmanagement (PM) und Modulphase (MO) bis hin zu einem Qualitätsbaustein (QB) am unteren Bildausschnitt bewegen und damit qualitativ weiterentwickeln. Bei künftigen Aktualisierungen unseres Schulprogramms sollen dann die Schwerpunkte bearbeitet werdenm die sich beim Blick durch das jeweils aktuelle Schulprogramm-Fenster darstellen.
S2/S3 = strategische Ziele 2/3; BO = Berufsorientierung; GE = Gesundheitserziehung; GTA = Ganztagsangebot
Ganztagsangebot der Gesamtschule Gedern
Einführung
Im kommenden Abschnitt soll die Entwicklung unseres heutigen Ganztagsangebots (GTA), die Implementierung in das Schulprogramm sowie die Evalution und die Qualifizierung unseres Angebots beschrieben werden. Bei der Darstellung werden wir uns bewusst auf die u.E. wesentlichen "Meilensteine" des Projektverlaufs beschränken und stattdessen durch die Dokumentation unserer Ergebnisse versuchen, dem Leser einen Einblick in unsere Arbeit zu ermöglichen.
Phasen der Projektentwicklung
Im Rahmen einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des bestehenden Schulprogramms beschäftigte sich die Schulgemeinde im Zeitraum 2002 bis 2003 intensiv mit den Möglichkeiten der Teilnahme an dem Programm "Ganztagsschule nach Maß". Am Ende dieses Prozesses entschied sich sowohl die Gesamtkonferenz, als auch die Schulkonferenz einstimmig für eine Beantragung. Nach den Osterferien 2004 wurde mit den vorbereitenden Arbeiten zur Umsetzung des Vorhabens begonnen. Pünktlich nach den Sommerferien, zu Beginn des Schuljahres 2004/2005, konnte das erste GTA der Gesamtschule Gedern präsentiert werden. Mit der Aufnahme in das Ganztagsprogramm der Hessischen Landesregierung war neben finanzieller Zuwendung auch die Zuweisung einer Stelle verbunden, mit der u.a. die Implementierung des GTA an der Schule verbunden war. Wegen der zentralen Bedeutung des Themas für die Schule findet in unserem Haus stets eine enge Abstimmung zwischen dem Koordinator des GTA, der Pädagogischen Leiterin und der Schulleitung statt.
Im Hinblick auf die Standortsicherung des Gymnasialzweiges unter dem Aspekt veränderter Klassenbildungs- und Lehrerzuweisungsfaktoren gilt inzwischen unser Bemühen einer verstärkten Profilbildung in diesem Bildungsgang. Mit dem Einstieg unserer Schule in den verkürzten gymnasialen Bildungsgang zu Beginn des Schuiljahres 2005/2006 ist uns der problemlose Übergang von der Grundschule in den Gymnasialzweig Kl.5 ein besonderes Anliegen. Demzufolge orientiert sich das Ganztagsangebot auch speziell an dem Betreuungsbedarf dieser Schülerklientel.
Strategisches Ziel für das 1.Halbjahr im Schuljahr 2004/05
Das erste GTA soll sich an den bestehenden Aktivitäten der Schule orientieren und so gestaltet sein, dass alle Beteiligten (SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und die außerschulischen Kooperationspartner der Schule) eine positive Einstellung zu der neuen Schulentwicklung aufbauen können.
Bedingungen für einen Erfolg:
- Die Nachfrage von SchülerInnen und Eltern, die Kursangebote am Nachmittag als zusätzliche/freiwillige Unterrichtsveranstaltung wahrzunehmen (=Akzeptanz).
- Die Kooperationsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen, sich bei der Gestaltung des GTA einzubringen (=Identifikation mit Konzept).
- Die Kooperationsbereitschaft der Grundschulen des Schulverbunds in Bezug auf die Beteiligung an Veranstaltungen für ihre SchülerInnen (=Kooperationsmöglichkeit).
- Beteiligung außerschulischer Einrichtungen am GTA durch gemeinsam entwickelte Angebote (=Vernetzung).
Indikatoren
- Ad 1. Unter Berücksichtigung der ländlichen Struktur unseres Schulstandortes sahen wir den Richtwert bei ca. 20% der Schülerschaft, die sich freiwillig zu einer verbindlichen und regelmäßigen Teilnahme an Veranstaltungen am Nachmittag anmelden würde. Von dieser Größenordung wurde ebenfalls bei der Konzipierung der Cafeteria ausgegangen.
- Ad 2. Da die Entscheidung zur Teilnahme am Ganztagsprogramm einstimmig getroffen wurde, gingen wir von der aktiven Beteiligung von 25% des Kollegiums aus.
- Ad 3. Da eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulsportzentrum Nidda im Bereich der Talentförderung indiziert war, sollten den Grundschulen 2 Sichtungsmaßnahmen angeboten werden, an denen möglichst 3 von 4 Grundschulen teilnehmen sollten.
- Ad 4. Mindestens 2 Kursangebote mit bereits kooperierenden außerschulischen Einrichtugen sollen realisiert werden.
Umsetzung
Nach intensiver Arbeit vor und während der Sommerferien 2004 konnten wir den SchülerInnen und Eltern ein Wahlangebot unterbreiten, welches insgesamt 35 Kurse umfasste. Die SchülerInnen konnten aus diesem Angebot freiwillig Veranstaltungen auswählen, zu denen sie von ihren Eltern verbindlich für ein halbes Jahr angemeldet wurden. Die Teilnahme wird von der Schule im Zeugnis dokumentiert. An diesem Angebot beteiligten sich 19 Lehrkräfte und 6 externe Mitarbeiter als Kursleiter. Zwei Veranstaltungen wurden gemeinsam mit Sportvereinen der Region (TV Gedern und Golf Club Eschenrod) konzepiert, geplant und durchgeführt.
Das komplette Schulprogramm inklusive Bebilderung erhalten Sie bei der Schulleitung der Gesamtschule Gedern.
